Toliara (Tuléar)

Toliara (Tuléar) is the biggest and most important city in southwestern Madagascar. Once in the past, rebels had blown up a bridge on the way from the capital Antananarivo to it´s most significant port Toamasina (Tamatave) at the east coast. That was when the government bought Toliara a deepwater port as well as a 1.000-kilometre-long tarmac road all the way up to the central highland and Tana. But one fine day, the bridge had been rebuilt, and someone noticed that 1.000 kilometres are a bloody long way – especially on Malagasy roads. In addition, Taolagnaro (Fort Dauphin) on the south-eastern tip of the island has its own port, not to forget the historically important ones at Mahajanga (Majunga) in the northwest and Antsiranana (Diego-Suarez) in the far north. Since then, everything in Toliara is in its daily grind again. Mora mora

Toliara (Tuléar) ist die größte und bedeutendste Stadt im Südwesten Madagaskars. Nach der Sprengung einer Brücke durch Rebellen war einst die Hauptstadt Antananarivo von seinem wichtigsten Hafen in Toamasina (Tamatave) an der Ostküste abgeschnitten. Also spendierte man Toliara einen Tiefseehafen und eine asphaltierte Straßenverbindung über 1.000 Kilometer hinauf ins zentrale Hochland nach Tana. Doch irgendwann wurde die Brücke wiederaufgebaut, und man stellte fest, dass 1.000 Kilometer eine verdammt lange Strecke sind – zumal auf Straßen wie den madegassischen. Außerdem nennt auch Taolagnaro (Fort Dauphin) an der Südostspitze einen Hafen sein eigen, ganz zu schweigen von den auch historisch bedeutenden Häfen in Mahajanga (Majunga) und Antsiranana (Diego-Suarez) im Nordwesten und im äußersten Norden der Insel. So geht alles in Toliara wie zuvor seinen gemächlichen Gang. Mora mora

Only sometimes, a big carrier is landing in Toliara, and it often takes some time for containers to leave the port. Whatever! The actual port is just a few feet off. On the beach of Toliara, where the tides set the pace, flooding or draining the wide stretches of sand, that is the place where the fishing boats are landing, often steered by Vezo people sailing up and down the coast between Morondava and Morombe further north and Toliara in the south. Most of them come in when the tide is going out, so they have time enough for unloading and loading the vessels and to do a little trading before the tide is setting in again. Unloading and loading of the vessels is a job for the inevitable Zebu oxcarts. Depending on the tide, those massive Malagasy cattle are pulling the carts up to the neck in the water, whether to deliver or pick various goods, mostly food and daily goods, because a lot of those villages along the coast are only accessible by boat. Everything that can´t be produced in the villages has to be brought there by a pirogue on the ocean. Most of the time, the bags that get unloaded in Toliara are filled with charcoal, the most important combustible on Madagascar. That is why the last remainders of Malagasy forests still get chopped, clearing the way for the ubiquitous erosion.

Nur gelegentlich legen größere Frachter im Hafen an, Container bleiben da schon mal länger stehen. Denn der eigentliche Hafen liegt sowieso ein paar Meter weiter. Dort, am Strand von Toliara, der im Rhythmus der Gezeiten überspült und trockengelegt wird, landen die Fischerboote an, unter ihnen zahlreiche Vezo, die die Küste von Morondava und Morombe im Norden kommend entlanggesegelt sind. Zumeist kommen die Boote mit einsetzender Ebbe herein, so dass bis zur nächsten Flut Zeit für das Ent- und Beladen sowie einige Geschäfte bleibt. Das Be- und Entladen der Boote erfolgt in Toliara mithilfe von Zebu-Karren. Je nach Tidenstand ziehen die mächtigen madegassischen Buckel-Rinder die Karren bis zum Hals im Wasser zu den Booten, entweder, um Waren loszuwerden oder aufzunehmen, vornehmlich Lebensmittel und Alltagswaren, denn viele der Dörfer an der Küste sind nur auf dem Seeweg zu erreichen. Alles, was nicht selbst hergestellt werden kann, muss per Piroge übers Meer transportiert werden. In den Säcken, die ausgeladen werden, ist zumeist Holzkohle, Brennstoff Nummer eins auf Madagaskar. Ihr fallen die letzten Wälder der Insel zum Opfer, die sich noch der finalen Erosion entgegenstellen.

9 Gedanken zu “Toliara (Tuléar)

  1. eigentlich sollte ich brav Homeoffice machen…
    aber nun habe ich deinen genialen Madagaskar Guide entdeckt und könnte stundenlang weiterlesen und klicken und anschauen und träumen.
    Ich bin geflasht. Lieben lieben Dank für diese Reise!
    LG Daniel

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    1. Vielen lieben Dank für das Kompliment! Nur, falls Du immer noch keine Lust auf Homeoffice haben solltest: Es gibt das auch von Äthiopien und Gabun, die anderen Länder folgen in den nächsten Wochen 😉

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