Lambaréné – Visiting Albert Schweitzer – Zu Gast bei Albert Schweitzer

Lambaréné is situated southeast of Libreville on the banks of the mighty Oogué, the “Congo of Gabon”, before it branches out, feeding several lakes and flowing into the Atlantic Ocean in a giant delta 100 kilometres west near Port Gentil. The town lies in the middle of dense rainforest, just like in the times of Albert Schweitzer, even though Lambaréné has more than 30.000 inhabitants and is nowadays linked to Libreville in the northwest, Oyem to the northeast as well as Mouila and Ndendé to the south by good tarmac roads. Furthermore, there are boats on the Oogué commuting between Lambaréné and Port Gentil at the coast on a daily basis.

Lambaréné liegt südöstlich von Libreville am Oogué, dem „Kongo von Gabun“, bevor dieser sich mehr und mehr verästelt, zahlreiche Seen speist und sich etwa 100 Kilometer weiter westlich bei Port Gentil in einem gewaltigen Delta in den Atlantik ergießt. Lambaréné liegt – wie zu Albert Schweitzers Zeit – mitten im Urwald, auch wenn die Stadt heute bereits gut 30.000 Einwohner zählt und durch asphaltierte Nationalstraßen mit Libreville im Nordwesten, Oyem im Nordosten sowie Mouila und Ndendé im Süden verbunden ist. Darüber hinaus pendeln täglich Boote auf dem Oogué zwischen Lambaréné und Port Gentil an der Küste.

In 1913, Albert Schweitzer and his wife Helene had come to Lambaréné and founded the hospital right at the small catholic mission station at the banks of the big river. What motivated Schweitzer was the – completely correct – thought that colonial powers mainly bear the responsibility for the local’s problems and therefor are obligated to help and to adjust the mistakes that have been done. The First World War as well as financial difficulties forced him to return to Europe, but he always came back to Lambaréné, trying to keep up with his self-imposed commitment. Albert Schweitzer died on the fourth of September 1965 in Lambaréné, where he was buried right beside his wife.

1913 waren Albert Schweitzer und seine Frau Helene nach Lambaréné gekommen und hatten bei der kleinen katholischen Missionsstation am Ufer des großen Flusses ein Krankenhaus gegründet. Schweitzers Motivation war der – völlig zutreffende – Gedanke, dass vor allem die Kolonialmächte für die Probleme der Einheimischen verantwortlich waren, weshalb es deren Aufgabe sein musste, zu helfen und die Fehler zu korrigieren. Sowohl der 1. Weltkrieg als auch Geldsorgen trieben ihn immer wieder zurück nach Europa, dennoch kam er immer wieder zurück und versuchte, der selbstgewählten Verpflichtung gerecht zu werden. Albert Schweitzer starb am 4. September 1965 in Lambaréné, wo er auch begraben liegt – gemeinsam mit seiner Frau.

Of course, even Albert Schweitzer has not been free from the flaws of his time, from the European sense of superiority towards the African “savages”, from the sympathetic but paternal and presumptuous attitude as well as the inevitable Christian sense of mission. Nevertheless, he was ahead of his time in many ways, and he had helped innumerable people. That is why he is still adored by the locals like a saint. He didn´t want to be limited to giving alms to the poor. Everyone paid for the treatment, but they paid what they could afford, and nobody ever got rejected. Even manpower was accepted as payment. In this way, everyone interacted as equals, no one had to feel like a beggar.

Selbstverständlich war auch Schweitzer nicht frei von den Fehlern seiner Zeit, vom Überlegenheitsdenken der Europäer gegenüber den afrikanischen „Wilden“, von einer zwar wohlgesonnenen, aber väterlich-überheblichen Haltung sowie dem unvermeidlichen christlichen Sendungsbewusstsein. Trotzdem war er in vielem seiner Zeit voraus und hat unzähligen Menschen geholfen, so dass er noch heute unter den Einheimischen wie ein Heiliger verehrt wird. Denn er beschränkte sich nicht auf das Verteilen von Almosen. Jeder zahlte für die Behandlung, was er zahlen konnte, und es wurde niemand abgewiesen. Auch Arbeitskraft wurde als Bezahlung akzeptiert. So begegnete man sich auf Augenhöhe, niemand musste sich als Bittsteller fühlen.

The present Albert-Schweitzer-hospital is a kind of flagship for Gabon, but at the same time it is a constant struggle getting the money together for keeping the hospital going. It is located on top of a hill only 100 or 200 metres from the historical hospital. The latter has been preserved in the condition of the time of its famous founder and is nowadays a museum. In Albert Schweitzer’s house, photographs and other documents are on display as well as the private rooms of the doctor and his wife – including the piano he had transported to the jungle because he had also been a musicologist publishing on Johann Sebastian Bach.

Das moderne Albert-Schweitzer-Krankenhaus, das eine Art Leuchtturmprojekt des Landes ist, aber immer wieder mit Finanzierungsproblemen zu kämpfen hat, liegt auf einem Hügel ein paar Meter oberhalb des historischen Krankenhauses. Das letztere wurde im Zustand der Zeit Albert Schweitzers erhalten und zum Museum umfunktioniert. In seinem Wohnhaus sind Fotos und weitere Dokumente ausgestellt und die Privaträume des Ehepaars der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – inklusive des Klaviers, das sich Schweitzer, der auch Musikwissenschaftler war und über Bach veröffentlicht hatte, in den Urwald hatte liefern lassen.

The graveyard of the old hospital where the couple had been laid to rest is located next to the museum. In the direct vicinity of two compounds with two pelicans and an antelope – in remembrance of Albert Schweitzer who had kept an antelope and a pelican he named Parsifal as pets. And just like in his times, mighty river Oogué is calmly and slowly flowing westward a few metres down thill. Day in, day out, young men with shovels are working on the numerous sandbanks, filling fragile dugout canoes with sand before pulling them back to the bank of the river where the sand is used as construction material. At the same time, they are clearing the navigable channel by doing this.

Neben dem Wohnhaus liegt der Friedhof des alten Krankenhauses, auf dem neben anderen das Ehepaar Schweitzer seine letzte Ruhestätte gefunden hat. In direkter Nachbarschaft von zwei Gehegen, in denen zum einen zwei Pelikane, zum anderen eine Antilope gehalten werden – im Andenken an den berühmten Doktor. Auch dieser hatte einen Pelikan als Haustier, den er Parsifal nannte – und eine ihm zugelaufene Antilope. Und ein paar Meter weiter fließt – wie zu Schweitzers Zeiten – ruhig und träge der gewaltige Oogué, in dessen Fluten tagein, tagaus junge Männer mit Schaufeln die sich ständig neu bildenden Sandbänke abtragen, den Sand in fragile Einbäume schippen und diese ans Ufer ziehen, wo er als Baustoff verwendet wird. Gleichzeitig werden auf diese Weise die Fahrrinnen für die Boote freigehalten.

4 Gedanken zu “Lambaréné – Visiting Albert Schweitzer – Zu Gast bei Albert Schweitzer

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