Simien mountains – Die Simien-Berge

The Simien mountains (Semen = Amharic for north) in northwest Ethiopia, north of Gondar, is the highest part of the country, including peaks of 4.000 m or more in altitude as well as the highest mountain, Ras Dejen, with 4.533 m. That makes the Simien mountains the “Roof of Africa”. One landmark of the mountains is the Jinbar waterfall, where Jinbar river plunges down for between 400 m and 500 m into a steep gorge from where it flows to the northwest. After its confluence with other rivers and small creeks, the river is called Inzo and flows into the Tekezze further north. Once, the steep slopes had been covered by impressive montane rainforest but unfortunately, there are only small patches left of it. Since 1959, 179 square kilometres are protected as a national park, becoming part of the UNESCO World Heritage in 1978. The mountains are characterised by steep and rugged gorges, sudden drops as well as the rarest animals in Ethiopia, for instance the Walia Ibex, the Ethiopian Wolf and the Gelada monkeys.

Die Simien-Berge (auch Sämen oder Semen, amharisch für Norden) im Nordwesten Äthiopiens, nördlich von Gonder, sind mit Gipfeln um die 4.000 Meter sowie dem höchsten Berg des Landes, dem Ras Daschän mit 4.533 Metern Höhe, das Dach Äthiopiens und damit auch das Dach Afrikas. Eines der Wahrzeichen der Simien-Berge sind die Jinbar-Wasserfälle. Dort stürzt der Jinbar-Fluss zwischen 400 und 500 Meter tief hinab in die Schlucht, durch die er weiter Richtung Nordwesten fließt. Nach seiner Vereinigung mit anderen Flüssen und Bächen wird er zum Inzo-Fluss, der weiter im Norden in den Tekezze mündet. Einst waren die steilen Hänge von beeindruckenden Bergregenwäldern bedeckt, von denen heute allerdings bloß noch Reste übrig sind. In den Simien-Bergen sind seit 1959 insgesamt 179 Quadratkilometer als Nationalpark ausgewiesen, der seit 1978 zum UNESCO Weltnaturerbe gehört. Geprägt sind diese Berge von tiefen und äußerst schroffen Schluchten, plötzlichen Felsabbrüchen und den seltensten Tierarten Äthiopiens, wie dem Walia Ibex (äthiopischer Steinbock), dem äthiopischen Wolf, zahlreichen Vogelarten und besonders den Dscheladas.

The Gelada monkey (Theropitecus gelada) is a primate of the subfamily of Cercopithecinae in the family related to the vervet monkeys, and it is closely related to baboons. Around 5.000 of them are still left in the montane regions of Ethiopia, with a declining tendency, and that is why they have been under protection for many years now. Between 3.000 m and 4.000 m altitude, there is only little food, but enough for the Geladas who are the last vegetarians among primates. They mainly feed on grass, of which there is more than enough, especially during the wet season. In the dry season, they also eat roots and tubers. Because of sitting down most of the time while picking grass, a red butt as a signal of maturity – as baboons have developed it – would be unfunctional. Therefore, Geladas have thick leather pads on their bottom while having developed bald patches of skin on the chest as well as a red collar at the front of the neck, turning red with maturity. Geladas hide, tightly huddled together, on the steep slopes at night, where they are safe from leopards. They start their day with intense grooming, a significant social element that helps strengthening the ties in the group and clearing conflicts. Groups of more than 100 animals are not rare, and they are always female dominated with only one alpha male (pasha). When reaching maturity, the male offspring must leave the group, forming small bachelor groups until they find a group where they can replace the pasha. It is remarkable that Gelada monkeys are barely aggressive – in contrast to their relatives, the baboons. They are excited, curious, but not aggressive.

Der Dschelada (Theropitecus gelada) oder Blutbrustpavian ist ein Primat aus der Unterfamilie der Backentaschenaffen in der Familie der Meerkatzenverwandten und eng mit dem Pavian verwandt. Von ihm gibt es in den Bergregionen Äthiopiens noch etwa 5.000 Exemplare, Tendenz fallend, wenngleich die Tiere seit vielen Jahren unter Schutz stehen. In den Höhenlagen zwischen 3.000 und 4.000 Metern ist das Nahrungsangebot knapp, weshalb die Dscheladas reine Vegetarier sind, eine Seltenheit unter Primaten. Hauptsächlich ernähren sie sich vom besonders in der Regenzeit üppig sprießenden Gras, greifen in der Trockenzeit allerdings auch auf Wurzeln und Knollen zurück. Daher leitet sich auch der Name Blutbrustpavian ab. Beim Grasen sitzen sie ausdauernd auf dem Boden, weshalb ein rotes Gesäß als Signal der Geschlechtsreife – wie beim Pavian – unpraktisch wäre. Deshalb hat der Dschelada dort schwarze, dicke, lederne Sitzpolster und dafür kahle Hautstellen auf der Brust und am Hals, die sich mit der Reife blutrot färben. Die Nächte verbringen sie – dicht zusammengekauert gegen die Kälte – in den Steilhängen, wo sie sicher sind vor Leoparden. Den Tag beginnen sie mit ausgiebigem Lausen, das vor allem soziale Funktion besitzt. Dabei werden Bindungen gefestigt und Streitigkeiten ausgeräumt. Dscheladas leben in großen Gruppen von bis zu mehreren Hundert Tieren, die weiblich dominiert sind. Meist wird nur ein erwachsenes Männchen, der Pascha, geduldet. Männliche Nachkommen verlassen mit der Geschlechtsreife die Gruppe und bilden gemeinsam kleine Junggesellen-Gruppen, bis sie eine Gruppe finden, in der sie die Nachfolge eines Paschas antreten können. Besonders auffällig bei den Dscheladas war, dass sie – im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Pavianen – kaum aggressiv wirkten. Aufgeregt, neugierig, aber nicht aggressiv.

The village of Amba Ras is located on the edge of the national park at an altitude between 3.000 m and 3.500 m. The life of the locals is still the same as centuries ago, growing vegetables and barley, because Teff, Ethiopian millet, won´t grow in such altitude, raising cattle, especially sheep, goats, donkeys and horses. The houses are made of mud and often have thatched roofs, even though corrugated sheet metal was catching on quickly. Because of the heavy use for the cultivation of barley and the grazing of cattle, the soil in the mountains is highly vulnerable to erosion. In every rainy season, a vast amount of rich black soil is washed away, leaving nutrient-poor reddish subsoil behind. With walls of piled up rocks, the locals try to protect the slopes from erosion.

Das Dorf Amba Ras liegt am Rande des Nationalparks auf einer Höhe zwischen 3.000 und etwa 3.500 Metern. Die Einheimischen leben dort noch immer wie vor Jahrhunderten vom Anbau von Gerste – da Teff, die äthiopische Zwerghirse, in dieser Höhe nicht mehr wächst – sowie Gemüse und der Viehhaltung, besonders Schafe, Ziegen, Esel und Pferde. Die Häuser werden aus Lehm gefertigt und sind zumeist noch mit Stroh gedeckt. Langsam setzt sich allerdings auch dort das moderne Wellblech durch. Aufgrund der intensiven Nutzung zum Anbau von Gerste sowie zum Weiden des Viehs sind die Böden in den Höhenlagen besonders anfällig für Erosion. In der Regenzeit wird viel fruchtbare schwarze Erde fortgeschwemmt, und zurück bleibt rötlich gefärbter Untergrund, auf dem kaum noch etwas wächst. Mit Mauern aus aufgeschichteten Steinen versuchen die Einheimischen, der Erosion entgegenzuwirken und die Hänge zu schützen.

An invitation for Buna, the traditional Ethiopian coffee ceremony, is a highlight of every journey to Ethiopia. We had our first private coffee ceremony early in the morning in Amba Ras, where we were also offered a glass of strong self-brewed barley beer. Traditionally, the woman takes care of the preparation, starting with the roasting of the fresh green beans before manually grinding them in a massive mortar. When finished, they prepare three infusions, of which the first one is strong and quite bitter, the second one slightly mild and the third one even milder. Already for breakfast, one gets dark brown barley Injera with spinach and spicy red Berbere paste. Berbere is the hot, chili-made national spice mixture of Ethiopia.

Eine Einladung zu einer traditionellen Kaffee-Zeremonie, Buna, ist einer der Höhepunkte einer Reise nach Äthiopien. Unsere erste private Kaffee-Zeremonie erlebten wir morgens in Amba Ras, wo uns gleich auch noch starkes, selbstgebrautes Gerstenbier angeboten wurde. Die Zubereitung des Kaffees obliegt traditionell den Frauen, die zuerst die frischen grünen Bohnen auf dem offenen Feuer rösten, dann im Mörser zu Pulver zerstampfen und schließlich daraus drei Aufgüsse produzieren. Der erste ist stark und bitter, der zweite schon etwas milder und der dritte dann eher leicht. Dazu wird schon zum Frühstück dunkelbraune Gersten-Injera mit Spinat und scharfer, roter Berbere-Paste gereicht. Berbere ist das sehr scharfe, aus Chilis hergestellte Nationalgewürz Äthiopiens.

From Debark to Shire / Von Debark nach Shire

5 Gedanken zu “Simien mountains – Die Simien-Berge

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